Tiger Rubin (Band)

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Backnanger Band der späten 1960er Jahre, hervorgegangen aus der Band The Pipes. Aktiv von Ende 1967 bis 1970, Revival-Versuch 1973.

Besetzung

Geschichte

Zur Vorgeschichte in Form der Band The Pipes: siehe dort. Sänger Gert Pfundt erinnert sich - der Text der folgenden Abschnitte stammt von ihm:

Umbesetzung - neue Leute, neue Instrumente

"[Nach einigen Austritten bestanden The Pipes] nur noch aus Klauss Gaisser und Gert Pfundt, das konnte nicht so bleiben. Ein Klassenkamerad wurde aus seiner Band abgeworben, Stefan Blaich schrammelte fortan die Rhythmusgitarre, und ich hatte die Ehre, einen mit glatten 16 Jahren schon sehr reifen Künstler in sein neues Instrument einzuweisen: Der neue Schlagzeuger hieß Gerd Kobald, der jüngere Vetter von Chap (siehe High Tension). Er brachte neben Talent und Energie sagenhafte 600,- DM für den Erwerb eines eigenen Sonor–Schlagzeuges mit. Wir waren wieder komplett, und der alte Name, The Pipes, wurde uns dummerweise zu eng – Tiger Rubin waren geboren!"[1]

"Die Band fand sich Ende 1967, nachdem ich (b, voc, key) mit Klaus Gaisser (g, voc) als Resttruppe der Gruppe The Pipes das Personal um den nimmermüden Rhythmusgitarristen Stefan Blaich (g, b, voc) und den neuen Schlagzeuger Gerd "Scherzye" Kobald (dr) bereichern konnte. Vorbei die Zeiten, in denen wir für Auftritte die Bassdrum ausleihen mussten: man spielte SONOR-Drums. Vorbei die Zeiten, als die Pipes als Verstärker die alten Dampfradios aus den Wohnzimmern zweckentfremdeten. Jetzt wurde geklotzt: Klaus Gaisser, elektrotechnisch durchaus versiert, kaufte beim Electronic-Versand Dr. Böhm einige Kartons voller Einzelteile und zauberte daraus einen 120 Watt-Verstärker und zwei riesige Standboxen: Wir hatten unsere erste, fröhlich brummende PA! Stefan brachte einen Echolette BS 30 Bassverstärker nebst Box mit, und dieses gerade mal 30 Watt schwache Akustikpflänzchen gab mir die Vorlage, nun noch derber an den Basssaiten zu zerren als zuvor. Schließlich kam ein superber Fender Twin Reverb zum Einsatz, und damit waren wir richtig gut ausgerüstet. Die Gitarren und Bässe waren bevorzugt von Höfner, Aria, und später gab's für Klaus sogar eine Gibson Les Paul. Da der Keyborder aus den Pipes–Zeiten abgängig war, bekam ich durch den Erwerb einer ziemlich bissig klingenden Farfisa-Orgel (mit Knie-Wahwah) die Chance, mich an diesem Instrument einzuarbeiten. Stefan übernahm dann generös den Bass."

Über Repertoire und Proberäume

"Das alles erweiterte das Spektrum unseres Repertoires enorm: Einige Perlen der Beatmusik wie "Death Of A Clown" (Kinks), "Do It Again" (Beach Boys), "My Friend Jack" (Smoke) oder "Painter Man" (Creation) blieben im Programm. Mit dem Örgelchen waren aber plötzlich ganz andere Nummern drin wie "Rock And Roll Music" (Beatles), "Jingo" (Santana), "A Whiter Shade Of Pale" (Procol Harum) oder auch "Waiting for The Wind" (Spooky Tooth). Gesanglich erweiterte die Kopfstimme von Stefan das Repertoire um Stücke wie "On The Road Again" (Canned Heat). Schon damals wurden "Oldies" gecovert wie z.B. "Telstar" von den Tornados. Von einzelnen Sündenfällen wie "Sugar Sugar" (The Archies) oder "96 Tears" (Question Mark & The Mysterians) wollen wir nicht mehr reden. Mit der Qualität des Equipments nahm auch die Lautstärke zu und wir wurden zum Proben nicht mehr in heimischen Wohnzimmern oder Fahrradkellern geduldet. Wir bestiegen das Karussell der Proberäume und logierten in allen möglichen Verschlägen und Sälen: Vom "Kalten Wasser" führte uns unsere Proberaum-Odyssee über den Heizungskeller eines Kindergartens bis zu einem morbid aussehenden Kino- und Tanzsaal in Unterweißach mit angegliederter Metzgerei (in diesem Saal wurde mir auf den Hinterbänken mein erstes Groupie vorgestellt). Die Combo spielte immer rockigere Titel: "Sunshine Of Your Love" (Cream), "Jumping Jack Flash" und "Honky Tonk Women" (Stones), "Smoke On The Water" (Deep Purple) und "Junior's Wailing" (Steamhammer)."

Auftritte

"Als wir dann alle in die Tanzstunde gingen (Beat hin, Rock her), bekamen wir durch geschickte Verhandlungen bei der Anmeldung die Exklusiv-Auftrittsrechte beim Zwischenball der Tanzschule Bopp in Heilbronn. Das war schon ein Brikett: Voll verspiegelter Saal, professionelle Lightshow, und 500 kreischende Fans, die mangels Podest jederzeit und so oft sie wollten die Bühne entern konnten. Wir haben es genossen. Eine Amateur-Rockband stand damals hoch im Kurs und das schlug sich manchmal auch in den Gagen nieder: Ein Diskothekenbetreiber aus Vaihingen, der uns wohl eher versehentlich gebucht hatte, durfte locker mal einen Transporter mit zwei Roadies, einen dicken Mercedes für den Transport der Künstler und zwei Groupies, ordentliche Verpflegung und schließlich 600,- DM Gage (damals das Monatseinkommen eines Arbeiters) raus tun, um seinen Laden von uns beschallen zu lassen. Durchaus bescheidener ging es zu, wenn wir eigene Gigs veranstalteten. Für einen Auftritt in der Gaststätte Limpurg vor dem Beginn der Sommerferien 1969 wurde mit einem von Stefan handgemalten Plakat eindrucksvoll geworben: "AM FREITAG PLATZT DAS EUTER: TIGER RUBIN, ab 19:00 in der Limpurg, Eintritt 2 DM." In Verkennung des tatsächlichen Publikumszuspruches heuerten wir als Rausschmeißer den guten Rempfer an, einen herzensguten aber grimmig dreinblickenden Gewichtheber. Er wurde mit den erschienenen 25 Gästen spielend fertig."

Ende der Band

"Dieser Abend war der leise Anfang vom Ende der Band. Nicht weil sich die ersten Eigenkompositionen recht schauerlich anhörten, schon eher weil dies der erste Auftritt war, zu dem unser Drummer wegen zunehmender Drogenprobleme eine ganze Stunde zu spät kam. Das führte natürlich zu Spannungen in der Band, die sich 1970 beim Proben einer lausigen Nummer von Status Quo ("Down The Dustpipe") im Probekeller in einer kernigen Meinungsverschiedenheit mit Keilerei zwischen Rhythmusgitarre und Bass entluden. Keiner hatte angefangen und keiner wollte sich entschuldigen. So ging man nun getrennte Wege. Unser Schlagzeuger Scherzye gab seinen Kampf gegen die Drogen auf und starb am 19.10.1972. Der Versuch eines Band-Revivals 1973 mit den Gebrüdern Trah blieb schon nach den ersten Proben stecken. Mein lieber Freund Klaus erlag 2005 einem Krebsleiden. Unser Gitarrenmann Stefan lebt heute zurückgezogen von seinen ehemaligen Kameraden in einer Großstadt. Ich bin dabei geblieben, spielte und sang in zahllosen Bands und Solo-Nummern Blues, Underground, NDW, Heavy Metal und Swing. Ich bin mir ganz sicher: Rock and Roll will never die!"[2]

Links

Quellennachweise

  1. Post über The Pipes im Backnang Rock City Archiv.
  2. Post über Tiger Rubin im Backnang Rock City Archiv.

Externe Links

Fragen und Antworten

Offene Fragen

  • Wer ist im Besitz von Fotos der Band?
  • Wer ist "Rempfer", und wer sind die "Gebrüder Trah"?

Kommentare

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